Hveragerdi
ist eine Stadt im Süden von Island etwa 40 km östlich von Reykjavík. Sie liegt am Fluss Varmá.
Sie ist bekannt für Gewächshäuser, die mit Erdwärme beheizt werden. Hier werden Gemüse und alle möglichen Früchte, u.a. Bananen, unter Glas angebaut. Die Stadt hat eine Staatliche Gartenbauschule, ein Rehabilitationszentrum und 2.089 Einwohner (2005). Im örtlichen Freibad gibt es eine Dampfsauna.
Auf einer Anhöhe mitten im Ort steht eine kleine Kirche, als sollte sie den Teufel im Zaume halten. Denn weiter unten, eingezäunt, brodeln Schlammlöcher, dampfen einige Tümpel vor sich hin. Andere Weiher, angefüllt mit glasklarem oder tiefblauem Wasser, liegen harmlos ruhig. Aber an ihren Rändern hat sich kein Eis gebildet, trotz scharfen Windes und Temperaturen einige Grade unter dem Gefrierpunkt. Auf der Flucht vor der Polizei hat eines dieser Gewässer auch schon mal einen Dieb gekocht. Und ein bis dahin trockenes Loch, in dem jahrzehntelang die Abfälle der Siedlung verschwinden durften, protestierte 1947 während eines Erdbebens heftig und spuckte den ganzen Müll wieder aus. 1928 nutzte als erstes eine Molkerei die heißen Quellen. 1940 markiert die Abteufung der ersten Bohrungen den Beginn einer regelrechten Industrie. Zwischen 200 und 400 m Tiefe trifft man überall auf Thermalwasser oder Dampf.
Heute prägen zahlreiche Treibhäuser die Stadt. Die größeren Betriebe produzieren vor allem Blumen und Gemüse. Bei den zahlreichen Touristen sind, neben Dampf- und Schwimmbad, verständlicherweise die Bananenstauden besonders beliebt. Auch eine Eisfabrik befindet sich vor Ort, die das heiße Wasser zum Pasteurisieren nutzt.
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